Dienstag, 18. September 2012

Schreibpause

Nein, nicht beim Romanschreiben, sondern beim Blog-Verfassen. Ich war so beschäftigt mit Schreiben, dass mein Blog zu kurz gekommen ist.
Allerdings musste ich vor ein paar Tagen auch beim Roman pausieren, denn leider wurde ich krank. Eine Grippe hat mich außer Gefecht gesetzt, ich hatte nur noch Matsch im Kopf. Wie es der Zufall wollte, stand auch meine Schreibfreundin in dieser Zeit nicht zur Verfügung. Ich hoffe, dass ich wieder einsatzfähig bin, wenn sie zurückkommt, und dass wir dann beide wieder mit voller Kraft weiterarbeiten können.
Die Überarbeitung meines Romans, besser gesagt seines Anfangs, gestaltet sich zäh, trotz Schreibrausch, denn bestimmteSchwächen meines Textes konnte ich noch nicht ausmerzen. Meine Schreibfreundin bemängelt fehlende Spannung, zu Recht. Man muss den Leser fesseln, ihm einen guten Grund geben weiterzulesen, aber gerade am Anfang eines Romans  ist das essentiell, und da habe ich leider noch nicht das Potential ausgeschöpft, das meine Geschichte anbietet.
Trotz Grippe arbeitet mein kreatives Ich unablässig weiter und präsentiert seine Ergebnisse in Form von Halbträumen und plötzlichen Einfällen, mit denen ich dann bewusst arbeiten kann. Natürlich bleibe ich nicht untätig, während das geschieht, denn ich sitze täglich mehrere Stunden am Computer und überarbeite spätere Kapitel. Ich will es nicht riskieren, die derzeitige intensive Verbindung mit meiner Welt zu verlieren, indem ich ihr zu lange fernbleibe. Ich bin gerade so schön eingeklinkt, und es hat so lange gedauert, bis ich diese Verbundenheit hergestellt hatte.
Es gibt nichts Schöneres, im Augenblick jedenfalls, als mit meiner Welt zu leben, die ich selbst erschaffen habe.

Dienstag, 28. August 2012

Schreibrausch

Es ist wirklich wie ein Rausch. Nicht einer von denen, die einem Schwindel oder Übelkeit veursachen, bei denen man dummes Zeug redet und von denen man am nächsten Tag einen schlechten Geschmack im Mund und Kopfschmerzen bekommt.
Der Schreibrausch verschafft einem ein Glücksgefühl, das mit nichts zu vergleichen ist. Ich sitze vor dem Computer und schreibe,schreibe, schreibe, kontrolliere ab und zu die Rechtschreibung, korrigiere schlechte Formulierungen, Logikfehler oder streiche Überflüssiges, schreibe weiter, und bei all dem bin ich in das versunken, was ich schreibe. Völlig aus der Realität herausgetreten, in einer anderen Welt lebend. Meiner Welt. Die, die ich erschaffen habe. Ich sehe meine Figuren agieren, sehe die Landschaften und Räumlichkeiten, rieche, höre, schmecke, fühle, was immer in meiner Welt zu sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen ist.
Wenn ich dann aus dieser Welt wieder in die Realität zurückkehre (manchmal muss ich essen, schlafen, aufs Klo gehen), dann denke ich permanent an meine Welt und frage mich, was meine Figuren gerade so treiben, wohin die Geschichte sich entwickelt oder wie bestimmte Probleme gelöst werden sollten. Und sehne ich mich danach, so schnell wie möglich wieder an meinen Computer zurückkehren zu können, um weiter zu schreiben.
Ist das Schreiben eine Sucht? Irgendwie schon, nur nicht so schädlich wie Alkohol oder andere Drogen.
Aber viel befriedigender.

Dienstag, 31. Juli 2012

Heureka!

Endlich, nach unzähligen Versionen, Experimenten und Frustrationen, habe ich den richtigen Anfang meines Romans gefunden. Meine Schreibfreundin hat in ihrem letzten Kommentar den Beginn des vertrackten 1. Kapitels als Schlüsselszene bezeichnet, und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen (was für ein blödes Klischee, aber mir fällt grad im Überschwang der Gefühle -da, noch so eins! - kein besseres ein).
Recht hat sie. Es ist die Schlüsselszene zu dem Roman, es ist der Beginn der Geschichte, die ich erzählen will.
Kann sich irgendjemand meine Erleichterung vorstellen? Plötzlich war der Druck verschwunden, der wie eine Betonplatte auf meinem Brustkorb gelastet hat, und ich konnte wieder frei durchatmen. Ich fühle mich voller Energie und Freude und ja, ein bisschen wie stoned. Am liebsten möchte ich tanzen, springen, singen. Aber sowas tut ein Schriftsteller nicht. Er entlässt die neugewonnene Energie und die Freude in das Schreiben. Und genau das tue ich im Moment: ich schreibe, dass die Tasten rauchen. Denke, auch wenn ich nicht schreibe, pausenlos über den Fortgang der Geschichte, die Charaktere oder einzelne Worte nach.
Nichts ist schöner als schreiben.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Streichen...

...ist eine der schwierigsten Pflichten eines Schreibers. Es tut weh, wenn ich einen Satz streichen muss, an dem ich vielleicht seit Jahren immer wieder gefeilt habe, bis er in strahlendem Glanz dastand, eloquent, elegant, intelligent, perfekt. Auf dem mein Blick voller Stolz ruhte, wann immer ich ihn las.
Aber irgendwann gewinnt ein solcher Satz ein Eigenleben. Ich beginne, um ihn herumzuschreiben, verbiege sogar meine Geschichte, nur damit dieses Kleinod der Schriftstellerkunst so stehenbleiben kann. Und spätestens dann wird es Zeit, ihn auf den Prüfstand zu stellen. Der Kampf beginnt. Ich will es nicht zugeben, aber eigentlich weiss ich, dass der Satz da nicht hingehört, dass er den Erzählfluss unterbricht, dass er stört. Kann ich ihn vielleicht woanders unterbringen? Es muss doch eine Heimat für meinen armen Satz geben, wo er, von allen bewundert, strahlen kann. Ich will ihn nicht einfach aufgeben. Alles in mir wehrt sich dagegen.


Wie gut, wenn man dann jemanden hat, der den Finger auf die Wunde legt und sagt: der Satz muss weg!
Ich habe so jemanden, zum Glück. Meine Schreibfreundin hat wieder Zeit für mich. Sie hat mir gezeigt, dass mein 1. Kapitel nur profitieren kann, wenn ich Landschaftsbeschreibungen und Rückblenden hier herausnehme und vielleicht häppchenweise an späterer Stelle verwende, wenn überhaupt. Sie hat Recht, ich weiß, doch obwohl es mir schwerfällt, ihren Rat anzunehmen, werde ich mich jetzt über mein 1. Kapitel hermachen und radikal alles streichen, was den Erzählfluss und die Spannung stört.
Adieu, all ihr wunderschönen langatmigen Landschaftsbeschreibungen und all ihr wichtigen langatmigen Rückblenden. Einige von euch sehe ich sicher später wieder, vielleicht sogar in einem anderen Roman. Euch anderen alles Gute im Papierkorb. Schluchz!

Montag, 16. Juli 2012

Wie fange ich an?

So ist es oft: ich denke, nun hab' ich's endlich, heureka!, und dann lese ich mein Geschriebenes später noch einmal und spüre sofort den Impuls, alles zu löschen und von vorne anzufangen. Zum Glück passiert mir das im Moment nur mit dem Anfang meines Romans ("nur"?), aber gerade da werden meine Zweifel zur Verzweiflung. Ich weiss noch immer nicht, wie/wo/wann meine Geschichte wirklich anfängt, an welchem Punkt der Handlung ich in das Erzählen einsteigen soll.
Seit kurzem bin ich Mitglied in einer Online-Schreibwerkstatt (www.schreibwerkstatt.de). Dort gibt es einen Beitrag, der sich genau mit dieser Problematik befasst: wo anfangen? Der Ratschlag lautet: wenn du das nicht genau weisst, verlege den Anfang des Romans zeitlich zurück, immer weiter. Erzähle die ganze Vorgeschichte mit, alles das, was du sonst in Rückblenden erzählen würdest. Der Sinn dieses Rates liegt wohl darin, dass es einem irgendwann von alleine klar wird, wann die eigentliche Geschichte anfängt.
So weit, so gut. Das Problem ist: ich habe genau das getan und bin mit dem Anfang der Erzählung immer weiter in die Vergangenheit gerückt, bis die Geschichte sozusagen kopflastig geworden ist. Und was ich nun am Anfang erzähle, weist in nichts auf das hin, was den eigentlichen Inhalt der Geschichte darstellt.

Alle Romanfiguren haben eine Biographie (oder sollten eine haben, wenn sie glaubhafte Charaktere sein sollen), d.h. sie haben Dinge erlebt, die sie zu den Menschen geformt haben, die sie heute sind, so wie reale Menschen auch. Ich kann ihr heutiges Verhalten nicht verstehen, wenn ich nicht die wichtigsten Ereignisse ihres bisherigen Lebens kenne, die Ereignisse, ohne die die Figur heute nicht so handeln würde, wie sie es tut, ohne die es die Geschichte nicht gäbe. Natürlich kann ich solche Ereignisse als Rückblenden erzählen, aber viele Verlage mögen keine Rückblenden und lehnen Romane deshalb ab. Was bleibt ist, die Geschichte früher beginnen zu lassen. Teufelskreis!
Ich weiss immer noch nicht, wann meine eigentliche Geschichte beginnt.

Sonntag, 8. Juli 2012

Das erste Kapitel...

...ist neben dem Klappentext die Visitenkarte eines Romans. Wenn das den Leser nicht packt, dann packt er es, nämlich das Buch wieder ins Regal, wo es ungelesen verstaubt und ein unrühmliches Ende im Papiercontainer erleidet. Viel wahrscheinlicher aber wird es gar nicht erst einen Verleger finden. Darum stehe ich mit dem Schreiben meines ersten Kapitels so unter Druck.
Zum Glück scheint sich das Blatt zu wenden, denn, man höre und staune, mein erstes Kapitel ist fertig! Na ja, zumindest strukturell, also was den Handlungsablauf und die Personen betrifft, aber noch fehlt der Feinschliff. Bevor ich mich jedoch daran mache, werde ich zunächst die beiden folgenden Kapitel  überarbeiten müssen, denn die Änderungen im 1. Kapitel machen Folgeänderungen im 2. und ggf. im 3. Kapitel erforderlich. Erst wenn die drei strukturell fertig sind, wenn die Handlung fließt, dann widme ich mich den stilistischen Fragen.
Und sicher frage ich mich morgen wieder einmal: kann ich das nicht besser machen? Ist nicht alles Mist, was ich da geschrieben habe?
Hach!

Freitag, 29. Juni 2012

Selbstzweifel

Nichts ist beständiger als der Wandel, hat einmal ein weiser Mensch gesagt. Ich habe leider vergessen, wer das war, aber er könnte ein Schriftsteller gewesen sein.
Gestern noch fühlte ich mich sicher in dem, was ich geschrieben hatte, fand es gelungen, spannend etc. etc. Und heute las ich, nach einer Urlaubswoche in Deutschland, mein scheinbar gelungenes erstes Kapitel noch einmal und dachte: was für ein Schrott. Sicher, ich bin nach wie vor zufrieden damit, und ja, es ist gelungen, spannend etc. etc., aber so beginnt nicht die Geschichte, die ich erzählen will.
Selbstzweifel scheinen zum Schreibgeschäft dazu zu gehören, und möglicherweise sind sie auch ein fruchtbares Feld, auf dem am Ende die schönsten literarischen Blumen blühen, aber sie sind selten erfreulich. Mich jedenfalls bringen sie oft an den Rand des Aufgebens, weil ich nicht nur die Qualität meines Geschriebenen anzweifele, sondern meistens auch mein Talent, meine Qualifikation als Schreiber, meine Fähigkeit, die Geschichten in meinem Kopf auf höherem als nur Schulaufsatz-Niveau in Worte zu fassen. Kann ich überhaupt schreiben? Ich meine so, dass es auch jemand lesen möchte? 
Ich hoffe, dass der Wandel wirklich so beständig ist, dass ich morgen wieder zu meinem Geschriebenen sagen kann: hey, du bist klasse!

Samstag, 16. Juni 2012

Satzfindung

Noch immer muss ich mir jeden einzelnen Satz meines neuen ersten Kapitels schwer erkämpfen, Wort für Wort und mit unzähligen Änderungen.
Als ich den Roman zum ersten Mal niedergeschrieben habe, etwa 1995/96,da ging alles noch ganz schnell. Ich brauchte nur ein paar Wochen für das komplette Buch. Und wie stolz ich war! Aber die Zeit und die Lektüre vieler mehr oder weniger guter Schreibratgeber hat mich gelehrt, dass die eigentliche Arbeit erst anfängt, nachdem man die allererste Fassung geschrieben hat. Die Überarbeitung ist viel wichtiger als der erste Entwurf, denn man stellt alles, was man geschrieben hat, auf den Prüfstand (sollte man jedenfalls, wenn man ein guter Schriftsteller werden will), die Charaktere, die Handlung und den Stil. Dank der Kritik meiner Probeleser, vor allem meiner Schwester und meiner Schreibfreundin konnte ich Mängel beheben, Fehler ausmerzen, Charaktere glaubwürdiger gestalten oder Handlungsstränge straffen bzw. spannender machen. Ohne diese beiden wäre mein Roman nicht so gut, wie er jetzt ist (obwohl er immer noch reichlich verbesserungsbedürftig ist und noch vieler Arbeit und Anstrengung bedarf, ehe ich ihn auf die Öffentlichkeit loslassen kann). Danke, meine Musen.
Trotz aller Schwierigkeiten bin ich guter Dinge, denn wenigstens bringe ich die Disziplin auf, mich jeden Vormittag an den Computer zu setzen und zu schreiben, selbst wenn ich in einer Sitzung nur einen Satz zustande bringe. Ich bin sehr zufrieden mit mir!

Dienstag, 12. Juni 2012

Durchbruch

Es scheint, als ob ich endlich den Knoten durchschlagen habe, oder besser: in mühseliger Handarbeit aufgeknüppert. Ich weiss jetzt, wie mein schwieriges erstes Kapitel aussehen soll, und schon nimmt es Form an. Aber ich merke auch, dass ich lange nicht geschrieben habe.Meine Gedanken und Ideen bewegen sich durch mein Gehirn wie durch Sirup. Für jeden Satz brauche ich eine Ewigkeit, das Formulieren ist mühsam. Manchmal glaube ich, dass ich meine Fähigkeit zu schreiben verloren habe... nein, das wäre übertrieben, aber sie ist definitiv eingerostet, und das einzige Mittel, sie wieder in Gang zu bringen, ist das Schreiben, Schreiben, Schreiben.
Trotz aller Startschwierigkeiten bin ich zuversichtlich. Denn immerhin habe ich jetzt einen Einstieg in meinen Roman, der meinen Helden vorstellt, seinen Charakter zeigt und dazu noch spannend ist (hoffentlich).

Samstag, 9. Juni 2012

Schreiben, Schreiben...

Noch immer regnet und stürmt es, was für ein Wetter im Juni! Aber es hat auch sein Gutes. So kann ich ohne schlechtes Gewissen am Computer sitzen und tun, was ich am liebsten tue: schreiben.
Ich habe erst kürzlich wieder angefangen damit.In den letzten anderthalb Jahren bin ich einfach nicht dazu gekommen. Ich hatte ständig etwas anderes, wichtigeres zu tun, ich hatte emotionale Tiefs und manchmal nicht die innere Ruhe oder die richtige Motivation für kreative Prozesse. Aber vielleicht habe ich auch nur Ausreden gesucht, um nicht schreiben zu müssen, weil ich mit meinem Roman nicht weiterkomme. Das verflixte erste Kapitel will mir einfach nicht gelingen. Und meine Schreibfreundin, die mir sonst immer auf die Sprünge geholfen hat, ist im Moment zu beschäftigt.
Die gute Nachricht ist: seit kurzem sitze ich wie früher regelmäßig vormittags am Computer, nachdem meine liebe Schwester mir einen mentalen Fußtritt dahin verpaßt hat. Langsam kommt der kreative Prozess wieder in Gang. Es ist wie mit einem Motor: er muß sich erst warmlaufen, ehe er in Fahrt kommt. Meine kreativen Ganglien sind jedenfalls schon in der Vorbrennphase, und ich hoffe, dass bald ein explosiver Start und ein rasantes Rennen folgen werden.    

Freitag, 8. Juni 2012

mein erster blogeintrag

Jetzt bin ich also endlich auch dabei, ich habe meinen eigenen Blog! Was ich damit anfangen kann, welche Möglichkeiten sich mir eröffnen, das kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen, aber ich lasse mich überraschen.
Es regnet und stürmt seit gestern ununterbrochen, Gartenarbeit unmöglich, also sitze ich behaglich am Computer und experimentiere mal ein bißchen. Habe mich gerade auf Stay Friends (auch eine Premiere für mich) angemeldet und schon eine erste Nachricht bekommen, was mich sehr gefreut hat. Ist schon komisch, nach über 40 Jahren von einer Schulfreundin zu hören!