Dienstag, 28. August 2012

Schreibrausch

Es ist wirklich wie ein Rausch. Nicht einer von denen, die einem Schwindel oder Übelkeit veursachen, bei denen man dummes Zeug redet und von denen man am nächsten Tag einen schlechten Geschmack im Mund und Kopfschmerzen bekommt.
Der Schreibrausch verschafft einem ein Glücksgefühl, das mit nichts zu vergleichen ist. Ich sitze vor dem Computer und schreibe,schreibe, schreibe, kontrolliere ab und zu die Rechtschreibung, korrigiere schlechte Formulierungen, Logikfehler oder streiche Überflüssiges, schreibe weiter, und bei all dem bin ich in das versunken, was ich schreibe. Völlig aus der Realität herausgetreten, in einer anderen Welt lebend. Meiner Welt. Die, die ich erschaffen habe. Ich sehe meine Figuren agieren, sehe die Landschaften und Räumlichkeiten, rieche, höre, schmecke, fühle, was immer in meiner Welt zu sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen ist.
Wenn ich dann aus dieser Welt wieder in die Realität zurückkehre (manchmal muss ich essen, schlafen, aufs Klo gehen), dann denke ich permanent an meine Welt und frage mich, was meine Figuren gerade so treiben, wohin die Geschichte sich entwickelt oder wie bestimmte Probleme gelöst werden sollten. Und sehne ich mich danach, so schnell wie möglich wieder an meinen Computer zurückkehren zu können, um weiter zu schreiben.
Ist das Schreiben eine Sucht? Irgendwie schon, nur nicht so schädlich wie Alkohol oder andere Drogen.
Aber viel befriedigender.