Donnerstag, 11. April 2013

Gute Freunde

Meine Schreibfreundin ist wieder für mich da. Sie musste eine Pause einlegen, weil sie längere Zeit Besuch hatte.Ich merke immer dann, wenn sie mal keine Zeit für mich hat, wie wichtig sie für mich ist und wie sehr ich ihrere Expertise vertraue, und ihrer Ehrlichkeit beim Kritisieren meiner Texte.
Jeder Schreiber sollte jemanden haben, dem er vertrauen kann. Ich brauche als Autorin die andere Sicht, die Sicht von außen auf mein Werk, ich brauche ehrliche Kritik und keinen Honig ums Maul, und ich brauche jemanden, der Ahnung hat vom Schreiben und vom Lesen. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, dass ich in meiner Schreibfreundin solch eine Person gefunden habe. Danke, A.
Aber auch meiner Schwester bin ich dankbar, denn sie ist ebenfalls eine kritische und erfahrene Leserin und gibt mir viele wertvolle Hinweise und Ideen. Vor allem ihr Sinn für schönen Stil und Stimmungen ist eine unschätzbare Hilfe für mich.
Wie viele Schriftsteller werde ich immer wieder von Zweifeln geplagt, ob das, was ich da fabriziere, gut ist, ob es sich lohnt, damit weiter zu machen, ob irgendjemand das lesen will, was ich schreibe. Und oft stecke ich so tief in meiner Geschichte, dass ich nicht mehr den notwendigen Abstand herstellen kann, um meine Geschichte unparteiisch oder objektiv beurteilen zu können. Ist das überhaupt möglich? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur eins: ich habe Glück, dass sich zwei gewiefte Leser meiner angenommen haben und meine Geschichte mit genügend Abstand unparteiisch und objektiv beurteilen, jeder auf seine individuelle Weise. Und im Bewusstsein dieser Sicherheit schreibe ich weiter und hoffe zuversichtlich, dass eines Tages die Mühen sich auszahlen wird und mein Roman auch andere Leser findet.

Dienstag, 9. April 2013

Der Kampf mit dem Wort

Es fällt mir einfach nichts ein. Seit Wochen kämpfe ich um die richtigen Worte für die erste Begegnung meines Helden mit den Antagonisten, aber ich finde sie nicht. Und das, obwohl ich alle meine Strategien zur Förderung des kreativen Flusses angewendet habe.
Was mir meistens hilft, ist Musik.Meine Theorie ist, dass man durch Musikhören die Aktivität der rechten Gehirnhälfte anregt, in der u.a. künstlerische Prozesse stattfinden, während die linke Gehirnhälfte eher für logisch-analytische Denkprozesse zuständig ist. Man schaltet sozusagen von einer auf die andere Gehirnhälfte um.
Leider hat Musikhören diesmal nicht geholfen. Auch nicht das Lesen von Gedichten oder gymnastische Übungen.

Da gibt es nur eins: aufhören zu kämpfen, mit dem Überarbeiten der nächsten Kapitel weitermachen und hoffen, dass mir irgendwann aus heiterem Himmel die Erleuchtung kommt, der schöpferische Einfall.
Nach meiner Erfahrung ist es manchmal besser, sich von dem Problem abzulenken und es dem kreativen Unbewussten zu überlassen, einen Weg zu finden, als krampfhaft eine Lösung herbeizwingen zu wollen.
Ich bin gespannt, was dabei herauskommt.

Freitag, 5. April 2013

Kurze Pause

Diese kurze Pause habe ich nicht eingelegt, um nachzudenken, sondern weil ich über das Osterwochenende verreist war. In Bonn fand die HobbitCon (eine Convention zum Film Der Hobbit) statt, und ich als Tolkienverehrer und begeisterter Fan der nach seinen Büchern gedrehten Filme musste da natürlich dabei sein.
Tolkien ist einer der Schriftsteller, die mich inspirieren. Wenn ich seine Werke lese, fühle ich mich angetrieben, noch mehr Mühe und Sorgfalt auf mein eigenes Werk zu verwenden. Seine wunderbare Sprache, sein Einfallsreichtum und seine Detailbesessenheit beim Ausmalen der von ihm erfundenen Welt, seine herrlichen Figuren, all das bewundere ich. Ich wünschte, ich könnte so schreiben.  Und manchmal frage ich mich, ob er wohl auch über bestimmte Stellen seiner Romane so lange gegrübelt hat, wie ich derzeit über die erste Begegnung meines Protagonisten mit den Antagonisten nachdenke.
Ich komme einfach nicht weiter. Die Beschreibung dieser ersten Begegnung, die das Leben meines Helden verändert und es in völlig andere Bahnen lenkt, sollte Spannung und Erwartung heraufbeschwören. Der Leser sollte deutlich spüren, dass etwas Besonderes vor sich geht, dass hier Schicksalhaftes geschieht. Aber das tut es nicht, und ich weiß noch nicht, wie ich es anders darstellen kann.
Doch ich bin zuversichtlich. Nach diesem inspirierenden Wochenende bringt mich so leicht nichts vom Wege ab. Die Devise heißt weiterkämpfen, nicht aufgeben. Es wird schon. Ganz bestimmt.