Ich brüte gerade darüber, wie ich einen Menschen so beschreiben kann, dass die Eigenschaften, die ich ihm zuordne, etwas bedeuten, dass sie etwas über die Person aussagen. Es ist leicht zu sagen, jemand sei groß, schlank, klein, dick, blond- oder schwarzhaarig/-häutig. Aber daraus eine Beschreibung zu machen, die mich die Person vor meinem inneren Auge wirklich sehen läßt oder die mir etwas über ihren Charakter verrät, das ist eine Kunst. Und mehr als das: es ist eine Notwendigkeit, wenn man ein gutes literartisches Werk abliefern will.
Ich bearbeite gerade die Szene, in der mein Protagonist zum ersten Mal auf die beiden Antagonisten trifft. Die Situation sieht für ihn gefährlich aus. Er will ein Verbrechen melden, und die beiden Antagonisten wollen das verhindern, bedrohen ihn mit einer Waffe und können entkommen.
Trotz der feindseligen Ausgangssituation ist mein Held zutiefst beeindruckt von seinen Widersachern und bleibt verwirrt und aufgewühlt zurück. Für diesen emotionalen Aufruhr benötige ich eine Begründung. Mein Held, ebenso wie der Leser, kennt die beiden Feinde nicht, weiß nichts von ihrem Leben, ihrer Vergangenheit oder ihrem Charakter und kann sie nur nach ihrem Aussehen und Auftreten beurteilen. Das muss daher so beschrieben werden, dass der Leser nachvollziehen kann, warum der Held so beeindruckt ist. Es muss glaubhaft wirken. Eine Schema-F-Beschreibung reicht da nicht.
Wie also beschreibe ich einen Mann, der groß und schlank ist, lange schwarze Haare und goldfarbene Haut hat, und eine Frau mit knabenhaftem Körper auf eine Weise, die Eindruck hinterläßt?
Nein, ich weiß noch keine Antwort. Ich grübele noch. Habe ein paar Ideen.
Wo bleibt der kreative Schub, wenn man ihn braucht? Hach!
Montag, 25. März 2013
Samstag, 23. März 2013
Recycling
Als ich anfing zu schreiben, etwa Mitte der 90er Jahre, glaubte ich noch, ich müsste meine Geschichte nur in meine elektronische Schreibmaschine hacken (für damalige Verhältnisse ein fortgeschrittenes Schreibgerät, mit dem man Texte speichern konnte!), dann ein paar stilistische Unebenheiten abschleifen und das Ganze drucken. Also schrieb und druckte ich.
Natürlich blieb es nicht beim Abschleifen stilistischer Unebenheiten. Mit jedem Lesen meines Werkes gefiel es mir weniger, ich konnte jedoch nicht ausmachen, woran das lag. Ich schloss mich einer Schreibwerkstatt an und begann, Bücher über das Schreiben zu lesen. Vor allem das Buch "Über das Schreiben" von Sol Stein (im 2001 Verlag erschienen) öffnete mir die Augen für die Fehler, die ich in meinem Roman gemacht hatte und die der Grund für mein Unbehagen beim Lesen meines Werkes waren.
Das zweite große Aha-Erlebnis verschaffte mir meine Schreibfreundin, die ich 2003 kennenlernte und die eine Expertin auf dem Gebiet des Schreibens ist. Sie wies mich auf wesentliche Mängel in Bezug auf meine Charaktere hin,die teilweise psychologisch unglaubwürdig waren und oft ganz anders auf den Leser wirkten, als ich es beabsichtigt hatte. Sie wies mich auch auf viele andere Mängel meiner Geschichte und meines Schreibstils hin, und wenn mir meine Geschichte heute sehr viel besser gefällt, dann verdanke ich es ihren Anregungen und ihrer Kritik.
Kurz gesagt: ich musste meine Geschichte noch viele Male schreiben und drucken. Ein Stapel alter Versionen verstaubt in einem Karton unter meinem Bücherregal.
Nun aber habe ich wieder Verwendung für dieses Altpapier, denn mir kam kürzlich eine Idee.
Die älteren Versionen meines Science-fiction-Romans enthielten an mehreren Stellen längere Auszüge aus einem fiktiven Geschichtsbuch, in dem beschrieben wird, wie die Menschheit sich über die Galaxis verbreitet hat. Dies schien mir eine gute Methode, dem Leser meine Welt der Zukunft vorzustellen und Informationen zu liefern, ohne Infodump zu betreiben, aber die kursiv geschriebenen Textpassagen unterbrachen die Handlung, störten den Lesefluss und waren, wie meine Schreibfreundin ganz richtig bemerkte, sterbenslangweilig. Also habe ich die Zitate entfernt. Wie nun aber die Informationen unterbringen, die ich für notwendig hielt? Als Science-fiction-Leserin möchte ich gerne mehr über die Welt der Zukunft wissen, in der die Geschichte spielt, und ich glaube, auch meine potentiellen Leser werden das über meine fiktive Welt wissen wollen.
Die Idee, die mir beim Nachdenken kam, ist nicht neu, aber deshalb nicht weniger zufriedenstellend: ich werde die Zitate meinem Roman als Anhang anzufügen. Dort kann ich nach Herzenslust meine Welt beschreiben. Leser, die sich dafür interessieren, finden alle erforderlichen Informationen. Und Leser, denen die Historie meiner Welt gleichgültig ist, können der Handlung des Romans ohne Störung folgen.
Und hier kommt nun mein Altpapier ins Spiel. Bevor ich mir angewöhnt hatte, die Passagen, die ich löschen will, auf meinem Computer in einen Ordner "Ausgesondertes" zu verschieben, gingen diese Textteile einfach verloren, und nur in den gedruckten Versionen blieben einige von ihnen erhalten. Auf der Suche nach solchen Stellen in meinem Roman durchstöbere ich nun meine alten Versionen und habe schon so manchen kleinen Schatz entdeckt. Ich tippe die Texte in den Computer, überarbeite sie und lasse sie in den Anhängen in neuem Glanz erstrahlen.
Das ist wahrhaftig literarisches Recycling.
Natürlich blieb es nicht beim Abschleifen stilistischer Unebenheiten. Mit jedem Lesen meines Werkes gefiel es mir weniger, ich konnte jedoch nicht ausmachen, woran das lag. Ich schloss mich einer Schreibwerkstatt an und begann, Bücher über das Schreiben zu lesen. Vor allem das Buch "Über das Schreiben" von Sol Stein (im 2001 Verlag erschienen) öffnete mir die Augen für die Fehler, die ich in meinem Roman gemacht hatte und die der Grund für mein Unbehagen beim Lesen meines Werkes waren.
Das zweite große Aha-Erlebnis verschaffte mir meine Schreibfreundin, die ich 2003 kennenlernte und die eine Expertin auf dem Gebiet des Schreibens ist. Sie wies mich auf wesentliche Mängel in Bezug auf meine Charaktere hin,die teilweise psychologisch unglaubwürdig waren und oft ganz anders auf den Leser wirkten, als ich es beabsichtigt hatte. Sie wies mich auch auf viele andere Mängel meiner Geschichte und meines Schreibstils hin, und wenn mir meine Geschichte heute sehr viel besser gefällt, dann verdanke ich es ihren Anregungen und ihrer Kritik.
Kurz gesagt: ich musste meine Geschichte noch viele Male schreiben und drucken. Ein Stapel alter Versionen verstaubt in einem Karton unter meinem Bücherregal.
Nun aber habe ich wieder Verwendung für dieses Altpapier, denn mir kam kürzlich eine Idee.
Die älteren Versionen meines Science-fiction-Romans enthielten an mehreren Stellen längere Auszüge aus einem fiktiven Geschichtsbuch, in dem beschrieben wird, wie die Menschheit sich über die Galaxis verbreitet hat. Dies schien mir eine gute Methode, dem Leser meine Welt der Zukunft vorzustellen und Informationen zu liefern, ohne Infodump zu betreiben, aber die kursiv geschriebenen Textpassagen unterbrachen die Handlung, störten den Lesefluss und waren, wie meine Schreibfreundin ganz richtig bemerkte, sterbenslangweilig. Also habe ich die Zitate entfernt. Wie nun aber die Informationen unterbringen, die ich für notwendig hielt? Als Science-fiction-Leserin möchte ich gerne mehr über die Welt der Zukunft wissen, in der die Geschichte spielt, und ich glaube, auch meine potentiellen Leser werden das über meine fiktive Welt wissen wollen.
Die Idee, die mir beim Nachdenken kam, ist nicht neu, aber deshalb nicht weniger zufriedenstellend: ich werde die Zitate meinem Roman als Anhang anzufügen. Dort kann ich nach Herzenslust meine Welt beschreiben. Leser, die sich dafür interessieren, finden alle erforderlichen Informationen. Und Leser, denen die Historie meiner Welt gleichgültig ist, können der Handlung des Romans ohne Störung folgen.
Und hier kommt nun mein Altpapier ins Spiel. Bevor ich mir angewöhnt hatte, die Passagen, die ich löschen will, auf meinem Computer in einen Ordner "Ausgesondertes" zu verschieben, gingen diese Textteile einfach verloren, und nur in den gedruckten Versionen blieben einige von ihnen erhalten. Auf der Suche nach solchen Stellen in meinem Roman durchstöbere ich nun meine alten Versionen und habe schon so manchen kleinen Schatz entdeckt. Ich tippe die Texte in den Computer, überarbeite sie und lasse sie in den Anhängen in neuem Glanz erstrahlen.
Das ist wahrhaftig literarisches Recycling.
Donnerstag, 21. März 2013
Endlich wieder da!
Nach "nur" einem halben Jahr Pause habe ich mich aufraffen können, an meinem Blog weiter zu schreiben.
Zwischen dem letzten Eintrag und heute liegen der Besuch einer lieben Freundin aus Deutschland, die RingCon in Bonn, zu der wir jedes Jahr reisen, unser vierwöchiger Urlaub in Neuseeland samt Vorbereitung und der Besuch lieber Verwandter. In dieser Zeit hatte das Blogschreiben keine Priorität, weil ich meine knapp bemessene Zeit lieber auf die Überarbeitung meines Romanes verwenden wollte. In Neuseeland konnte und wollte ich nicht schreiben, da hatte ich andere Dinge vor.
Ab Mitte Januar hätte ich dann wieder Zeit gehabt, aber da war die Luft raus. Ich mochte weder an meinem Blog noch meinem Roman arbeiten. Vielleicht lag es am Jetlag.
Im Februar begann ich wieder mit dem Überarbeiten des Romans, aber leider war inzwischen auch der Schreibrausch verflogen. Es fiel mir anfangs schwer, mich wieder in meine erfundene Welt hineinzufinden, und auch das Schreiben an sich war mühsam. Manchmal brauchte ich einen ganzen Vormittag für einen einzigen Satz. Es schien, als hätte die Muse mich verlassen. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben und mich täglich für mindestens vier Stunden an den Computer gesetzt, ob ich nun etwas zustande brachte oder nicht. Diese Disziplin hat sich ausgezahlt, denn langsam beginnt der kreative Strom wieder zu fließen.
Ich habe mir vorgenommen, auch an meinem Blog regelmäßig zu arbeiten. Eine Freundin aus den USA, ebenfalls Schriftstellerin und Blogschreiberin, hat einmal geschrieben, sie benutze ihren Blog, um Disziplin zu lernen. Aber er erfüllt für sie weitere Zwecke. In ihrem letzten Eintrag schrieb sie: "First, it gets my name out into the world. It associates my name with writing. I am building a network of people who 'know' my name and therefore, might be considered as purchasers of my books. I learn things about myself and my writing as I share with you, my readers. As my readership expands, I'll be able to use it on my cover letter stating that I have been writing furiously for the last ten years and have a readership to provie it. Lastly, I'm building friendships."
Und das scheinen mir doch gute Gründe zu sein, einen Blog zu haben. Darum werde ich an dieser Stelle wieder regelmäßig über die Freuden und Leiden der Schriftstellerei schreiben, stolz von meinen Fortschritten berichten, niedergeschlagen meine Unfähigkeit beweinen und vielleicht eines Tages auch darüber, wie sich mein Buch verkauft.
Drückt mir die Daumen, wer immer dies liest.
Zwischen dem letzten Eintrag und heute liegen der Besuch einer lieben Freundin aus Deutschland, die RingCon in Bonn, zu der wir jedes Jahr reisen, unser vierwöchiger Urlaub in Neuseeland samt Vorbereitung und der Besuch lieber Verwandter. In dieser Zeit hatte das Blogschreiben keine Priorität, weil ich meine knapp bemessene Zeit lieber auf die Überarbeitung meines Romanes verwenden wollte. In Neuseeland konnte und wollte ich nicht schreiben, da hatte ich andere Dinge vor.
Ab Mitte Januar hätte ich dann wieder Zeit gehabt, aber da war die Luft raus. Ich mochte weder an meinem Blog noch meinem Roman arbeiten. Vielleicht lag es am Jetlag.
Im Februar begann ich wieder mit dem Überarbeiten des Romans, aber leider war inzwischen auch der Schreibrausch verflogen. Es fiel mir anfangs schwer, mich wieder in meine erfundene Welt hineinzufinden, und auch das Schreiben an sich war mühsam. Manchmal brauchte ich einen ganzen Vormittag für einen einzigen Satz. Es schien, als hätte die Muse mich verlassen. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben und mich täglich für mindestens vier Stunden an den Computer gesetzt, ob ich nun etwas zustande brachte oder nicht. Diese Disziplin hat sich ausgezahlt, denn langsam beginnt der kreative Strom wieder zu fließen.
Ich habe mir vorgenommen, auch an meinem Blog regelmäßig zu arbeiten. Eine Freundin aus den USA, ebenfalls Schriftstellerin und Blogschreiberin, hat einmal geschrieben, sie benutze ihren Blog, um Disziplin zu lernen. Aber er erfüllt für sie weitere Zwecke. In ihrem letzten Eintrag schrieb sie: "First, it gets my name out into the world. It associates my name with writing. I am building a network of people who 'know' my name and therefore, might be considered as purchasers of my books. I learn things about myself and my writing as I share with you, my readers. As my readership expands, I'll be able to use it on my cover letter stating that I have been writing furiously for the last ten years and have a readership to provie it. Lastly, I'm building friendships."
Und das scheinen mir doch gute Gründe zu sein, einen Blog zu haben. Darum werde ich an dieser Stelle wieder regelmäßig über die Freuden und Leiden der Schriftstellerei schreiben, stolz von meinen Fortschritten berichten, niedergeschlagen meine Unfähigkeit beweinen und vielleicht eines Tages auch darüber, wie sich mein Buch verkauft.
Drückt mir die Daumen, wer immer dies liest.
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