Noch immer muss ich mir jeden einzelnen Satz meines neuen ersten Kapitels schwer erkämpfen, Wort für Wort und mit unzähligen Änderungen.
Als ich den Roman zum ersten Mal niedergeschrieben habe, etwa 1995/96,da ging alles noch ganz schnell. Ich brauchte nur ein paar Wochen für das komplette Buch. Und wie stolz ich war! Aber die Zeit und die Lektüre vieler mehr oder weniger guter Schreibratgeber hat mich gelehrt, dass die eigentliche Arbeit erst anfängt, nachdem man die allererste Fassung geschrieben hat. Die Überarbeitung ist viel wichtiger als der erste Entwurf, denn man stellt alles, was man geschrieben hat, auf den Prüfstand (sollte man jedenfalls, wenn man ein guter Schriftsteller werden will), die Charaktere, die Handlung und den Stil. Dank der Kritik meiner Probeleser, vor allem meiner Schwester und meiner Schreibfreundin konnte ich Mängel beheben, Fehler ausmerzen, Charaktere glaubwürdiger gestalten oder Handlungsstränge straffen bzw. spannender machen. Ohne diese beiden wäre mein Roman nicht so gut, wie er jetzt ist (obwohl er immer noch reichlich verbesserungsbedürftig ist und noch vieler Arbeit und Anstrengung bedarf, ehe ich ihn auf die Öffentlichkeit loslassen kann). Danke, meine Musen.
Trotz aller Schwierigkeiten bin ich guter Dinge, denn wenigstens bringe ich die Disziplin auf, mich jeden Vormittag an den Computer zu setzen und zu schreiben, selbst wenn ich in einer Sitzung nur einen Satz zustande bringe. Ich bin sehr zufrieden mit mir!
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