Nichts ist beständiger als der Wandel, hat einmal ein weiser Mensch gesagt. Ich habe leider vergessen, wer das war, aber er könnte ein Schriftsteller gewesen sein.
Gestern noch fühlte ich mich sicher in dem, was ich geschrieben hatte, fand es gelungen, spannend etc. etc. Und heute las ich, nach einer Urlaubswoche in Deutschland, mein scheinbar gelungenes erstes Kapitel noch einmal und dachte: was für ein Schrott. Sicher, ich bin nach wie vor zufrieden damit, und ja, es ist gelungen, spannend etc. etc., aber so beginnt nicht die Geschichte, die ich erzählen will.
Selbstzweifel scheinen zum Schreibgeschäft dazu zu gehören, und möglicherweise sind sie auch ein fruchtbares Feld, auf dem am Ende die schönsten literarischen Blumen blühen, aber sie sind selten erfreulich. Mich jedenfalls bringen sie oft an den Rand des Aufgebens, weil ich nicht nur die Qualität meines Geschriebenen anzweifele, sondern meistens auch mein Talent, meine Qualifikation als Schreiber, meine Fähigkeit, die Geschichten in meinem Kopf auf höherem als nur Schulaufsatz-Niveau in Worte zu fassen. Kann ich überhaupt schreiben? Ich meine so, dass es auch jemand lesen möchte?
Ich hoffe, dass der Wandel wirklich so beständig ist, dass ich morgen wieder zu meinem Geschriebenen sagen kann: hey, du bist klasse!
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